Betreuungsvereinbarungen zwischen Sorgeberechtigten und Tagespflegeperson

Landesverband Kindertagespflege NRW

Förderung (Erziehung, Bildung und Betreuung) des Kindes im Haushalt der Tagespflegeperson oder in anderen geeigneten Räumen

Betreuungsvereinbarung

Die vorliegenden Betreuungsvereinbarungen regeln die formale Seite des Betreuungsverhältnisses und sprechen wichtige Punkte hinsichtlich der Förderung (Erziehung, Bildung und Betreuung) des Kindes und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit der Sorgeberechtigten und der Tagespflegeperson an, die der genauen Absprache bedürfen, um später nicht zu Missverständnissen/Unstimmigkeiten zu führen.

Da Tagespflegepersonen im eigenen Haushalt oder in anderen geeigneten Räumen (nicht der Haushalt des Tageskindes!) in der Regel selbständig tätig sind, gelten für sie die arbeitsrechtlichen Regelungen für Angestellte/Arbeiter nicht, wie z.B. die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder gesetzlicher Mindesturlaub. Folglich müssen zahlreiche Bedingungen des Betreuungsverhältnisses, u.a. die Zahlungsmodalitäten bei Urlaub und Krankheit der Tagespflegeperson/des Kindes, zwischen Eltern und Tagespflegeperson konkret vereinbart werden.

  • In den Betreuungsvereinbarungen werden die Sorgeberechtigten als Eltern bezeichnet, die Tagesmutter / der Tagesvater als Tagespflegeperson und das Kind in Kindertagespflege als Tageskind.
  • Die Vereinbarungen über die Betreuung eines Tageskindes sind Beziehungspflege.
  • Sie erscheinen Eltern vielleicht etwas „seltsam“, da es sich um ihr Kind handelt. Kinderbetreuung ist jedoch ein Dienstleistungsangebot, bei dem von allen Beteiligten die Bedingungen zum Wohle des Kindes geklärt sein müssen, um unnötige Belastungen zu vermeiden.
  • Es sollten jeweils 2 Exemplare der Betreuungsvereinbarungen vorhanden sein, eine für die Eltern und eine für die Tagespflegeperson.
  • Für die Reservierung des Betreuungsplatzes und die Eingewöhnungszeit sollten gesonderte Vereinbarungen getroffen werden, die in der vorliegenden Betreuungsvereinbarung vorangestellt sind. Die Betreuungsvereinbarungen werden im gegenseitigen Einvernehmen geschlossen, wenn die Eingewöhnungsphase beendet ist und alle Beteiligten sich für die Aufnahme des Betreuungsverhältnisses entschieden haben.
  • Eltern und Tagespflegeperson haben in der Reservierungsvereinbarung und den Betreuungsvereinbarungen die Möglichkeit zwischen Alternativen zu wählen, die passende anzukreuzen bzw. darüber hinaus auch anders lautende Vereinbarungen schriftlich einzufügen.
  • Gemäß des Sozialgesetzbuches VIII (SGB VIII) und des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern in NRW (KiBiz) sind Kindertagespflege und Tageseinrichtungen für Kinder gleichrangige Förderungsangebote für Kinder und haben beide die Aufgabe der Erziehung, Bildung und Betreuung (im Folgenden wird aus Gründen der Vereinfachung der Begriff „Betreuung“ gewählt).
  • Die für diesen Auftrag erforderlichen Grundlagen ihrer Arbeit sollten die Tagespflegeperson den Eltern in einem pädagogischen Konzept zusammenfassen und dieses den Eltern entweder mündlich vortragen oder schriftlich vorlegen.
  • Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zur Kindertagespflege finden Sie im Anhang.

Landesverband Kindertagespflege NRW | Stand Juni 2010